Mit Biogas ETS-Kosten vermeiden?

Lassen sich mit Biogas ETS-Kosten vermeiden? Die Verbrennung von Biogas unterliegt nicht dem Europäischen Emissionshandel (EU-ETS). Beim gegenwärtigen der EU-Allowances (EUA) von rund 25 EUR lohnt sich sein Einsatz finanziell aber nur, wenn es höchstens 5 EUR / MWh teurer ist als konventionelles Gas. Dessen Preis bewegt sich bei langfristigen Lieferverträgen um die 20 EUR/MWh, Biogas kostet dagegen um die 60 EUR/MWh.

Erdgas hat gemäß Anhang VI Monitoring-Verordnung (EU 601/2012) einen Treibgas-Faktor von 56,1 t CO2/TJ, d.h. 0,2 t/MWh. Beim derzeitigen EUA-Preis von ca. 25 EUR sind für seine Verbrennung unter dem EU-ETS also ca. 5 EUR pro MWh zu bezahlen. Der Arbeitspreis langfristiger Gaslieferverträge bewegt sich um 20 EUR/MWh.

Biogas (d.h. Gas mit Herkunftsnachweis) hat einen Emissionsfaktor von 0 (Art. 38 Abs. 3 Monitoring-VO). Der Einsatz von Biogas kann Betreibern also 5 EUR/MWh für ihre Verpflichtungen unter dem EU-ETS ersparen. Ein eigenes dena-Konto ist dafür nicht erforderlich, da der Lieferant ausweislich einer telefonischen Auskunft der dena den Erwerb und die Löschung der Herkunftsnachweise selbst vornehmen würde.

Allerdings ist Biogas mit rund 60 EUR pro MWh signifikant teurer als normales Erdgas; der Bio-Aufschlag übertrifft den EUA-Aufschlag also weitem.

Update: Preise und Rechtslage haben sich seit diesem Post entwickelt. Lesen Sie auch meine weiteren Beiträge von 2021 und 2022.

Rechtsanwalt Dr. Dirk Böhler, LL.M.

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